Berühmte Liebesbriefe
Liebesbrief - Ludwig von Beethoven
Ein Liebesbrief von Ludwig von Beethoven an eine
unbekannte Frau. Man geht davon aus, dass dieser Liebesbrief
an Antonie Brentano gerichtet war.
6. Juli 1806 - Am Morgen
Mein Engel, mein alles, mein Ich. - nur einige Worte heute, und zwar mit
Bleystift - (mit deinem) - erst bis morgen ist meine Wohnung sicher bestimt,
welcher Nichtswürdige Zeitverderb in d.g (in dergleichen). - warum dieser
tiefe Gram, wo die Nothwendigkeit spricht -
Kann unsre Liebe anders bestehn als durch Aufopferungen, durch nicht alles
verlangen, kannst du es ändern, daß du nicht ganz mein, ich nicht ganz dein
bin - Ach Gott blick in die schöne Natur und beruhige dein Gemüth über das
müßende - die Liebe fordert alles und gantz mit recht, so ist es mir mit
dir, dir mit mir - nur vergißt du so leicht, daß ich für mich und für dich
leben muß, wären wir gantz vereinigt, du würdest dieses schmerzliche eben so
wenig als ich empfinden -
meine Reise war schrecklich ich kam erst Morgens 4 Uhr gestern hier an, da
es an Pferde mangelte, wählte die Post eine andere Reiseroute, aber welch
schrecklicher Weg, auf der vorlezten Station warnte man mich bej nacht zu
fahren, machte mir einen Wald fürchten, aber das Reizte mich nur - und ich
hatte Unrecht, der Wagen musste bej dem schrecklichen Wege brechen, grundloß,
bloßer Landweg, ohne 2 solche Postillione, wie ich hatte, wäre ich
liegengeblieben
Unterwegs - Esterhazi (Fürst Esterhazy) hatte auf dem andern gewöhnlichen
Wege hirhin dasselbe schicksal mit 8 Pferden, was ich mit vier. - jedoch
hatte ich zum Theil wieder Vergnügen, wie imer, wenn ich was glücklich
überstehe. - nun geschwind zum innern zum aüßern, wir werden unß wohl bald
sehn, auch heute kann ich dir meine Bemerkungen nicht mittheilen, welche ich
während dieser einigen Tage über mein Leben machte - wären unser Herzen imer
dicht an einander, ich machte wohl d.g. die Brust ist voll dir viel zu sagen
- Ach - Es gibt Momente, wo ich flnde daß die sprache noch gar nichts ist -
erheitre dich - bleibe mein treuer eintziger schaz, mein alles, wie ich dir
das übrige müßen die Götter schicken, was für unß sejn muß und sejn soll.
dein treuer ludwig.
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